Aktuelles

Liebe Mitglieder,

 

in der Unterteilung findet Ihr alle bisherigen Vereinsaktivitäten. Unter "Aktuelles" ist künftig jeweils das aktuelle Vereinsjahr zu finden.

 

Damit wir über möglichst viele Aktivitäten und Geschehnisse berichten können, sind wir auch auf Eure Hilfe angewiesen. Bitte schickt Fotos und Informationen an Klaus Sperl (klaus.sperl@ac-indersdorf.de) oder Franz Lamm (franz.lamm@gmx.de). Wir werden diese dann möglichst zeitnah einstellen.

100 Jahre Glonnregulierung - Als die Glonn noch in Schlangenlinien floss.

Die Steinerne Brücke am Sportplatzweg

 

Die Glonn, ein linker Nebenfluss der Amper, hat ihren Ursprung bei Mittelstetten in der Nähe von Mering und ihre Mündung bei Allershausen. Früher floss sie in vielen Windungen in einem breiten Flussbett. Vor dem Haus des Indersdorfer Müllers Lederer, der sein Haus nahe der Glonn gebaut hat, um seinen Beruf ausüben zu können, schlängelte sich die Glonn gemächlich in Richtung Glonnbrücke. Häufig zerstörten Hochwasser und Überschwemmungen die Ernte und sie machten den Landwirten das Leben schwer. Deshalb wurde die Regulierung der Glonn und die durchgreifende Entwässerung des Glonntales lange Zeit angestrebt. Sie sollte die Hochwasser- und Überschwemmungsgefahr mindern und die weit reichende Versumpfung der Flächen durch das Absenken des Grundwasserspiegels beseitigen. Dadurch wurden die Bedingungen für eine geordnete Wiesen- und Viehwirtschaft geschaffen. Die Regulierung erfolgt in vier öffentlichen Wassergenossenschaften von Allershausen bis Egenburg. Insgesamt waren rund 2200 Hektar, das waren 6000 bayerische Tagwerk, aktiv beteiligt, die im Eigentum von 1400 Landwirten in 25 Steuergemeinden standen. An Kunstbauten kamen 52 Brücken und Stege mit Spannweiten von acht bis 29 Metern zur Ausführung. Hinzu kamen 14 Triebwerke und ebenso viele Flutwehre. Die notwendigen Erdarbeiten erfolgten mit 15 Baggern und das Unternehmen erforderte 1,4 Millionen Arbeitsschichten, die zum allergrößten Teil von Erwerbslosen geleistet wurden. Im Höchstbetrieb waren nach der Hochwasserkatastrophe im September 1920 insgesamt 1500 Arbeiter täglich beschäftigt. Die regulierte Flussstrecke umfasst rund 45 Kilometer, die Triebwerkskanäle sind neun Kilometer lang. Außerdem sind noch etwa 70 Kilometer Entwässerungskanäle angelegt worden. Die Erdbewegung belief sich auf über zwei Millionen Kubikmeter. Für die Marktgemeinde zeigte sich der Nutzen der 1923 abgeschlossenen Regulierung im Hochwasserjahr 1924. Eine ausgezeichnete Ernte, sowohl der Menge als auch der Güte nach, konnte eingebracht werden. Zweifellos wären ohne die Regulierungsmaßnahmen die gesamte Heu- und Grummeternte vernichtet worden. So aber konnte auch in der Viehhaltung und -zucht fast überall ein erfreulicher Aufschwung festgestellt werden. Der Franz-Fischer-Weg an der Steinernen Brücke hat seinen Namen vom Leiter der Obersten Baubehörde, Staatssekretär und Ministerialdirektor Franz Fischer. Er stiftete zur Einweihung der Steinernen Glonnbrücke am Sportplatzweg die kleine Kapelle. Wegen seiner Verdienste um die Ortsverschönerung im Zusammenhang mit der Glonnregulierung wurde er 1921 zum Ehrenbürger der Marktgemeinde ernannt.

weitere interessante Bilder und Berichte zur Glonnregulierung gibt es hier!